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Mitfühlen hingegen möchte ich, aber vor allem professionell helfen...
Ein aktueller Bericht von Tina Bing / Oktober 2006

Die letzten Wochen im Projekt waren meiner Meinung sehr erfolgreich. Es konnten bestehende Kontakte vertieft, und dabei auch wichtige Hilfen gegeben werden. Einem Mädchen wurde eine für sie nötige Gymnastik gezeigt, ihre Mutter konnte von uns beraten werden und wurde zu einer Spezialklinik vermittelt.
Eine andere Familie wandte sich Unterstützung suchend an uns (wir haben das Projekt ja bei den umliegenden Gemeindeämtern bekannt gemacht) und wir haben schon einen Erstbesuch unternommen. Auch hier hoffen wir, beratend unterstützen zu können.
Manchmal schmerzt es mich, wenn ich Kinder und Jugendliche besuche, die an unheilbaren Krankheiten und deren Folgen leiden. Doch Mitleid ist nicht, was sie und ihre Familien benötigen. Mitfühlen hingegen möchte ich, aber vor allem professionell helfen, zu Fachkräften vermitteln, evtl. im Alltag Möglichkeiten zur Unterstützung geben, Mut machen…Das sind unsere Aufgaben. Dann während ich arbeite, spüre ich, wie ich im Umgang mit ihnen sicherer werde .
Vorgestern erhielt ich einen Anruf einer Frau mit körperlicher Behinderung, die nun auch auf unseren Besuch wartet.
Das heißt, es scheint unser Projekt regional an Bekanntheit zu gewinnen. Trotzdem ist und bleibt der Aufbau einer Beratungsstelle in Rupea nötig, um die vielen Menschen auf den insges. 25 Dörfern zu erreichen. Dafür haben wir ein spezifisches Konzept entworfen , sind schon auf Raumsuche und vor allem werden noch Gelder benötigt, um sie einzurichten, zu beheizen und hoffentlich auch stundenweise eine weitere Fachkraft (z.B. einen Physiotherapeuten) anzustellen. Hoffentlich gelingt das, und wir können sie im Winter eröffnen.
Es verblüfft mich, mit welcher Offenheit uns die betreffenden Familien bisher begegnen. Wir haben noch keinerlei Ablehnung erlebt, obwohl ja Menschen mit Behinderung kein beliebtes Thema in der Öffentlichkeit sind. Die Wohnanlage und das Zentrum für Förderung und Wiedereingliederung in Sercaia, in welcher ca. 50 Kinder zumeist mit Behinderungen leben und lernen, ist mal wieder ein Riesenschatz! Dort bekam eines unserer im Rahmen des Projektes betreuten Kinder einen passenden Rollstuhl geschenkt und die Physiotherapeutin kam extra von zu Hause, um uns besondere Übungen zu zeigen.
Es gibt noch viel für uns in nächster Zeit zu tun: der Prospekt muß ins Rumänische übersetzt werden, es sind noch nicht alle Gemeindeämter im Umkreis über unsere Arbeit informiert und die Zusammenarbeit mit dem Inspektorat Brasov hinkt etwas.
Cordula hat in ihrem letzten Bericht von unserer netten Begebenheit im Gemeindeamt erzählt, ich füge nur noch hinzu: Kaum hat der Beamte seine kleine Arbeit erledigt, geht er einfach wieder in die Kneipe…fassunglos schauen wir ihm hinterher, Donnerstag um 11 Uhr. So werdens die Rumänen wohl nicht schaffen.
Privat ist und bleibt es eine große Herausforderung für mich, Arbeit und Familie mit Haus etc. unter einen erträglichen Hut zu kriegen. Hab mich daher entscheiden, meine Freundin Cristina jetzt regelmäßig zweimal die Woche mir im Haushalt helfen zu lassen, sonst bleibt zuviel liegen….bisher geht es mir damit gut, auch wenn ich mich etwas schwer tue, diese Hilfe zuzulassen. Naja, liebe Grüße aus dem bunten Herbst…. Der schön, aber so voller Einmach- Arbeit ist.
Tina Bing

 
 
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