| |
 |
Das
Pfarrhaus konnte sich das erste Mal von seiner strahlend neuen
Seite zeigen...
Ein aktueller Bericht von Alexander
Borchert / August 2006
Der unvermeidlich letzte Monatsbericht fängt
nun an. Bei uns stehen die Weichen auf Abschied, auch wenn die
Arbeit noch in vollem Gange ist. Wir habe vor ein paar Tagen
alle Termine gemacht, die wir noch glauben, wahrnehmen zu müssen.
In der Hoffnung, dass wir das auch alles schaffen, gehen wir/ich
die letzten beiden Wochen an.
Doch lieber möchte ich jetzt von der Arbeit und einem wichtigen
Geschehnis hier vor Ort berichten.
Zunächst von dem Zweiten: mein Schatz Ricarda ist am 17.07.
von einem Hund gebissen worden. Bevor die große Bestürzung
losgeht, es ist schon alles wieder verheilt – restlos
und gut. Dann war es auch noch Scubi, unser Hofhund. Leider
hat sie sich in einen Revierkampf zwischen ihm und Scharla eingemischt.
Sie hielt ihn fest, er wollte sich wehren und hat den Unterarm
meines Schatzes erwischt.
Klar ist geworden – egal wie lieb und kuschelig Hunde
sind -, dass man nie eingreifen sollte, wenn ein Hund sich bedroht
fühlt. Aber Ende gut, Alles gut!
Die heißen Tagen gingen weiter (wie schon im letzten Bericht
gemeldet) und die Hoftage kamen unerbittlich. Endlich konnten
wir den Abflussgraben fertig stellen. Der Graben ist auf einer
Länge von ca. 15 Metern tiefer ausgeschachtet. Alle Betonröhren
sind eingesetzt und Erde ist aufgeschüttet. Ein kleines
Gefälle ist auch drin, so dass wir guter Dinge sind, dass
das Wasser ablaufen wird (was mittlerweile bestätigt wurde,
denn es hat hier eine Woche "geschüttet").
Bis auf den Stacheldraht stehen immerhin für den Zaun hinter
dem Hof alle Pfähle. Insgesamt 16 80cm tiefe Löcher
haben wir gegraben, um dann die Eisen- und Holzpfähle einzuzementieren.
Hier und da haben wir dann noch die üblichen Kleinigkeiten
auf dem Hof gemacht.
Im Pfarrhaus haben wir zunächst vor allem noch viele kleine
Schönheitsreparaturen erledigt, denn die ersten Gäste
kamen. Zu dritt kamen sie aus Hessen und Hamburg. Ihnen hat
es gut gefallen, sie haben sich wohlgefühlt. Das Pfarrhaus
konnte sich das erste Mal von seiner strahlend neuen Seite zeigen.
Es ist einfach schön mit anzusehen, dass mit diesem alten
Haus etwas geworden ist und Menschen es wieder bewohnen können.
Im August dann haben wir noch ein Fundament für eine Sommerdusche
ausgehoben und es dann mit Dachziegelbruchstücken und Steinen
aufgefüllt. Dies soll den Abfluss des Wassers regulieren.
Unser Projekt für Menschen mit Behinderung geht weiter
gut voran. Wir haben viele Erfahrungen sammeln können,
die uns bei unseren weiteren Besuchen bei neuen Familien schon
zu gute gekommen sind. Überhaupt macht die praktische Arbeit
große Fortschritte. Unsere "Vor-Flyer" haben
auch schon Wirkung gezeigt. Wir haben sie in einigen Primarien
(Bürgermeisterämter) ausgelegt und es kamen tatsächlich
schon Reaktionen von betroffenen Familien.
Dann haben wir hier in Dacia noch zwei neue Familien besucht.
Die ärmlichen Verhältnisse waren auch hier anzutreffen,
aber der Umgang in der Familie mit dem Angehörigen mit
Behinderung war gut. Sie haben einen festen Platz im Familiengefüge
und werden angenommen. Dies ist eine Erfahrung, die uns gut
getan hat; eben zu sehen, dass man hier auch anders mit einer
Behinderung umgeht.
Die Tage, an denen wir unsere Projektarbeit machen, sind die
längsten und intensivsten. Manchmal sind wir 12 Stunden
oder länger unterwegs. Das schlaucht dann – wir merken
es aber erst, wenn wir in unserem Zimmer sind -, aber wir sind
dennoch froh, dass wir so viel schaffen konnten.
Etwas bedrückend ist einfach die Tatsache, dass in unserem
Projektgebiet augenscheinlich viele Familien mit einem Angehörigen
mit Behinderung zu finden sind. Allen zu helfen scheint manchmal
aussichtslos. Doch wir arbeiten gerade an der kleinen Konzeption
für eine Beratungsstelle zentral in Rupea, die einiges
eventuell auffange könnte. Freitags ist nämlich Markttag
in Rupea und aus allen Dörfern kommen die Menschen. Dies
bietet uns die Möglichkeit, ihnen (den Familien, die es
anspricht) unsere Hilfe anzubieten und uns dadurch einfach bekannter
zu machen. Wir hoffen, dass dieser Gedanke aufgeht.
So, dies soll es erst einmal gewesen sein mit dem, was an Arbeit
hinter uns liegt. Ich möchte jetzt noch ein paar persönliche
Erlebnisse erzählen.
Wir hatten nach Dacia zum Geschwisterkreis eingeladen. Es ist
ein Treffen, das monatlich an verschiedenen Orten stattfindet,
und an dem Menschen verschiedener Glaubensausprägungen
teilnehmen. Es war wieder mal ein tolles Erlebnis mit vielen
verschiedenen Menschen über Gott, den Glauben, das Leben
zu sprechen. Wir haben gesungen, uns mit einzelnen Themen auseinandergesetzt,
gegessen und geredet. Es war einfach eine schöne Zeit –
die paar Stunden an einem Samstag im Pfarrhaus.
Insgesamt geht es mir gerade so, dass ich alles viel bewusster
in mich aufnehme. Vor allem die Natur! Ich kann mich einfach
nicht satt sehen, an den Schönheiten die sie zu bieten
hat. Es ist die Ursprünglichkeit, die ich so in Deutschland
nicht mehr gefunden habe, die mich immer aufs Neue fasziniert.
Ich werde es vermissen.
Aber nun gut, ein paar Dinge will ich noch für den Abschlussbericht
aufsparen.
So möchte ich diese Gelegenheit nutzen, unserer Familie,
allen Freunden und Bekannten zu danken. Sie haben uns entweder
durch das finanzielle Sponsoring oder eben durch ihre interessierte
Begleitung unterstützt. Oder eben auch durch beides. Habt
einfach Vielen Dank für alles!
Seid nun Alle lieb gegrüßt und auf ein baldiges Wiedersehen................
"Herr, Gott, du Ursprung und Ziel unseres Lebens. Gib
den Ratlosen Weisung, den Ziellosen Heimat, den Betrübten
Trost durch dein Wort, damit wir Ruhe finden in dir."
(aus: Evangelisches Gesangbuch, 1995)
La revedere!
|