Bericht 2
Am Donnerstag den 29.09.07 Wurde ein Treffen für die
Alten Damen und Herren in einem deutschen Gasthof Namens Beckerbräu
veranstaltet. Um ein Uhr sind Markus, Mathias und ich mit
den Fahrzeugen der Diakonie aufgebrochen um unsere Senioren
von zu Haus abzuholen und mit ihnen zur Gaststätte zu
fahren. Dort angekommen haben wir im Hof des Hauses, bei sonnigem
Wetter, platz genommen. Insgesamt waren wir, die Freiwilligen
und die Diakonie Mitarbeiter eingerechnet, ungefähr dreißig
Personen und warteten jetzt gemeinsam darauf das dass Essen
aufgetischt wurde.
In der Zwischenzeit kam allerdings keine
Langeweile auf da alle diese Zeit nutzten um sich durch Gespräche
besser miteinander bekannt zumachen. Einerseits konnten sich
die alten Damen und Herren untereinander unterhalten, von
denen viele keinen engeren Kontakt zueinander halten, und
es ihnen die Möglichkeit bot mal wieder deutsch zu sprechen.
Andererseits konnten wir dieses Treffen nutzen um einmal längere
Gespräche mit den Senioren zu führen und so ein
vertrauteres Verhältnis zu ihnen aufzubauen. Dies ist
aufgrund der Bukarester Verkehrsverhältnisse in der alltäglichen
Arbeit nur beschränkt möglich, da wir stets gegen
die Zeit kämpfen um auch alle Essenspakete „pünktlich“
ausliefern zu können. Die Gespräche mit uns genossen
auch die Alten Menschen denen es eine besondere Freude zu
sein scheint mit uns jungen Menschen Zeit zu verbringen. Dies
ist natürlich auch für uns eine sehr positive Erfahrung,
die wir auch schon in der täglichen Arbeit erfahren durften
und uns zusätzliche Kraft gibt jeden Tag motiviert unserer
Tätigkeit nachzugehen.
Nach einiger Zeit war es den so weit, und
die Bedienung brachte das Essen zu Tisch. Es wurden Schnittchen,
Grillwürstchen, Sauerkraut, Rote Beete, Brot, Salat,
Kuchen und natürlich je nach Wunsch unterschiedlichste
Getränke serviert. Das Essen schmeckte den meisten sehr
gut und schaffte zusätzlich eine ausgelassene Atmosphäre.
Anschließend verbrachten wir noch einige Zeit mit weiteren
Gesprächen in der gemeinsamen Runde.
Am späten Nachmittag endete dann dieses
Treffen und wir brachten die alten Damen und Herren nach Hause.
Es war wohl für alle eine schöne Veranstaltung die
alle Beteiligten ein Stück näher gebracht hat.
Freizeitbericht - Am Wochenende im Herstrau Park
An einigen Sonntagnachmittagen im September
zog es uns (also mich und einige andere Freiwillige) in den
Herestrau Park um hier die letzten Sommertage zu genießen
und dem Großstadt Lärm zu entfliehen. Von einem
dieser Nachmittage möchte ich berichten. Der besagte
Park liegt im Norden von Bukarest und ist die größte
städtische Parkanlage. Doch wie wir schnell feststellen
konnten waren wir nicht die einzigen die auf diese Idee gekommen
waren.
Auf den vielen kleinen Wegen und Plätzen
säumten sich die Bukarester um zu flanieren oder es sich
auf den zahlreichen Parkbänken gemütlich zu machen.
An vielen Ecken fanden sich kleine Stände an denen Essen,
Trinken und anderes angeboten wurde, so dass eine Volksfest
ähnliche Stimmung entstand.
Auffallend ist das die Freizeitgestaltung
im Park vor allem durch Inlineskater geprägt wird. So
sieht man neben vielen von ihnen die einfach nur ihre Runden
drehen, Frauen mittleren Alters die bei krächzender Musik
aus Kassettenrecordern junge Mädchen beim drehen ihrer
Pioretten und… anleiten. Deren formvollendete graziösität
ist beeindruckend und vermutlich trainieren sie im Winter
auf Schlittschuhen weiter. Die hingegen in unseren Breitengraden
häufig zu beobachtenden Jogger sind hier nur selten zu
beobachten. Ein westlicher Trend also der hier offensichtlich
noch nicht Fuß gefasst hat.
Wenn man vom Piata Charles de Gauille den
Park betritt, so haben wir es gemacht, sieht man neben dem
eben beschriebenen, zahlreiche Skulpturen und eine abschüssige
Gartenanlage um endlich am Wasser eines Sees zu gelangen.
Hier angekommen haben wir nun auf einer dem See nahegelegen
Wiese unser Lager aufschlagen um hier für eine Weile
zu verbleiben. Nach einer kurzen Zeit der Entspannung mussten
wir allerdings das Feld räumen den es kam ein Polizist
der uns darüber in Kenntnis setzte das es auf Wiesen
nicht gestattet sei zu liegen und es lediglich direkt am Wasser
gestattet sei ein kleines Picknick zu veranstalten und verwies
uns deshalb von diesem Platz. Ordnung muss sein. Also gut,
hinzunehmen, direkt am Wasser ist es ja auch schön. Hier
blieben wir jetzt und genossen das schöne Wetter, interessante
Gespräche und einen mitgebrachten Kuchen.
Die Überlegung ob man bei dem schönen
Wetter und mit vollen Margen ins Wasser hüpfen sollte
um sich dort eine kleine Erfrischung zu holen war auch schnell
beantwortet, denn auf der Wasseroberfläche trieb eine
nicht ganz gesundheitsfördernde aussehende grüne
Schicht. Dafür gab es weitere Unterhaltung an Land den
neben vielen anderen Menschen die an uns vorbei zogen kam
ein Mann mit einem Wellensittich auf dem Arm bei uns vorbei.
Er machte uns klar dass der Sittich für einige Lei dazu
bereit sei, mit seinem Schnabel ein Los aus einer Schale zu
ziehen. Da wir uns nicht dazu durchringen konnten ein solches
Los zu kaufen weiß ich auch nicht was in so einem Los
steht, aber vermutlich ähnliches wie in Glückskeksen
beim „China-Restaurant“. Ich kann allerdings zur
Beruhigung der Leser berichten das dass nächste Pärchen
das ebenfalls am Seeufer lag, ein Los gekauft hat, und das
überleben des Sittichs vorerst gesichert ist.
Mit dem Untergang der Sonne und dem damit
verbundenen Einzug von Kälte und Dunkelheit haben auch
wir das Weite gesucht und uns auf den Heimweg gemacht. Die
Besuche im Park waren immer schöne und vor allem entspannende
Erlebnisse bei denen man etwas Ruhe von der Großstadt
finden konnte und zudem auch viele Menschen unseres Gastlands
beobachten konnte. Diese Erlebnisse werden sich für mich
in der Form wohl leider nicht mehr wiederholen, da mittlerweile
auch in Bukarest die Kalte Jahreszeit angebrochen ist.