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Februar
2008
Weihnachten ist schon lange vorbei und der Alltag in der Villa
in vollem Gange. Waehrend ich das Magazien oeffne und es hinterher
durchfege, sitzen die Kinder schon in der Schule, lernen fleissig,
machen Krach oder rauben den Lehrern den letzten Nerv. Solch
einen Schulalltag durfte ich am eigenen Leib erfahren. Der Logopaede
der Kinder war zwei Wochen krank... Zwei mal durfte ich ihn
fuer zwei Stunden vertreten. Das war ziemlich anstrengend, weil
ich alle sieben Minuten sagen musste "setze dich auf deinen
Platz" oder "mache das nicht". Der Ruf zum Mittagessen
war dann immer meine grosse Freude.
Diesmal fiehlen meine Putzeinsaetze in den oberen Raeumen der
Villa oft spontan aus, was mich freute. Die Gruende dafuer waren
die Geburtstagsfeten von Tensi und ciprian. Gemeinsam mit den
Lehrern tranken wir Kaffe, assen Kuchen und erhoben uns am Ende
des Schmausens zum Tanzen und Rumalbern mit den Kiddis. Das
waren wilde Feten.
Voellig neu und ungewohnt war, alleine im Magazien zu arbeiten.
Adelas Oma ist gestorben. Waehrend Lisa ihr half die Gaeste
zu bedienen und hinterher viele, viele Teller abzuwaschen, machten
Mimi und ich unseren ersten gemeinsamen Ausflug auf dem Fahrrad
durchs Doerfchen.
Mittlerweile ist es wieder waermer und die Tage etwas laenger,
sodass nach der Arbeit oft noch Zeit fuer einen kurzen Spaziergang
bei kalter Abendsonne ist. Dann freuen sich die Kinder und wir
uns, dass sie ein wenig mueder ins Bett kommen, um fuer den
naechsten Tag wieder fit fuer die Schule zu sein. |
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Januar 2008
Schon wieder ist ein Monat schnell vergangen.
Diesmal lag es wahrscheinlich an den vielen Feier- und Festtagen,
dass es schon wieder soweit ist meinen Dezember- Januarbericht
zu schreiben. Die Vorweihnachtszeit und das Tannenbaumschmuecken
verlief ziemlich chaotisch ab, was jedoch eher am Klima in
der Villa lag. Oft hiess es wie sehr viel schoener alles vor
einem Jahr um diese Zeit war. Das setzte mich sehr unter Druck.
Es war mein erster 24.12. , den ich nicht zu Hause bei meiner
Familie verbrachte. Um es schlechter nicht beschreiben zu
koennen: Alles war anders. Nach der Bescherung zu Hause in
der Villa Kunterbunt wurde ich von der halben Jugend des Dorfes
zum Weihnachtsliedersingen mitgenommen. Wir liefen von Tuer
zu Tuer, sangen rumaenische Weihnachtslieder und wurden daraufhin
stets zum Essen und Trinken reingebeten. Diese Nacht zog sich
bis zum Morgengrauen und noch weiter in die Laenge. Gegen
fuenf wollte ich einfach nur noch in mein langersehntes Bettchen
fallen. Ich war noch nie in so vielen, verschiedenen Haeusern
und Stuben wie in dieser Nacht.
Silvester wird auch ganz anders als bei uns und aehnlich wie
Weihnachten hier gefeiert. Zusammen mit den Menschen, die
ich schon in mein Herz geschlossen habe, feierte ich in einem
leerstehenden Haus. Der DJ der Disko war da, somit also gute
Musik, viel Essen und Trinken. Um 24.oo Uhr gingen wir auf
die Strasse, stiessen mit Sekt an und umarmten uns. Danach
liefen wir Toepfe schlagend durchs Dorf und hielten ab und
zu an den Haeusern anderer Freunde und Familien an. Wir wuenschten
auch ihnen ein gesundes, neues Jahr. Am ersten Januar trafen
wir uns nochmals und feierten. Das ist hier so ueblich. In
den Tagen danach ging es darum die Kinder der Villa wieder
einigermassen auf die Schule vorzubereiten; sie wieder zeitiger
ins Bett zu schicken. Das ist mittlerweile auch schon wieder
zwei Wochen her und die Hunde und Huehner sind spaetestens
um acht gefuettert, die Terassen gefegt. Bis zum naechsten
Bericht, die Lotte.
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Dezember 2007
Jetzt bedecken schneeweiße Flocken
die Felder Sincrais und die ersten Traktoren sind schon wieder
unterwegs um die Erde streckenweise aufzulockern. Ein schönes
schwarz-weiß-Bild prägt nun die Landschaft, während
Kinder mit ihren Schlitten sie durchkreuzen. Auch die Kinder
der Villa Kunterbunt, Lisa und ich haben gleich beim ersten
Schneefall einen Ausflug auf dem Schlitten gemacht. Die Kinder
des Dorfes schlossen sich uns an und gemeinsam zogen wir Schneebälle
werfend über die Felder und Berge Sincrais.
Die Arbeit in der Villa hat sich nicht groß verändert,
bis auf dass sich meine allmorgendliche Aufgabe die Terassen
zu fegen ins Schneeschieben umgewandelt hat und ich die Kinder
mehr und mehr in mein Herz schließe.
Vorletztes Wochenende war quasi Tag des Schweineschlachtens
in Sincrai. Lisa wurde von Mama Lolle zum Mitmachen und Zusehen
eingeladen und ich von Adela. Auf dem Weg zu Adela hörte
ich schon hinter jedem Hoftor das Rauschen der Feuerflaschen,
die die Schweine zum schmoren brachten. Auch bei Adela war
das Schwein schon tot. Ich kam zu spät! Als das Schwein
geteilt wurde habe ich aufmerksam zugesehen. Jeder wusste
welcher Handgriff als nächstes gesetzt werden musste.
Später säuberte ich mit Bunika den Darm des Schweines,
was eine sehr unangenehm riechende Arbeit war, und schnitt
das Fleisch in Stücke. Zwischendurch holte ich Brot und
Salz. Das Geschrei und Gequicke der Schweine, die auf dem
Weg zum Schlachten waren, war nicht zu überhören.
Am Abend gab es ein vorzügliches Essen vom frischgeschlachteten
Schwein. Der selbstgemachte Wein, welcher in jedem rumänischen
Keller zu finden ist, durfte natürlich nicht fehlen.
Das war ein sehr schöner Samstag.
Alles Liebe und ein besinnliches Fest wünscht die flotte
Lotte.
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November 2007
Mann, Mann, Mann; wie schnell doch die Zeit
vergeht. Zeit für meinen Novemberbericht!Mein dritter
Monat hier in Rumänien, im kleinen Dorf Sincrai, lief
ziemlich chaotisch ab, was nicht bedeuten soll, dass er nicht
aufregend war. Eine Woche vor dem großen Transport hatten
die Kinder der Villa Kunterbunt Ferien und Marlis hohes Fieber.
Ich fühlte mich ganz und gar verantwortlich für
das kunterbunte Treiben im Hause und ließ selbst den
sonst üblichen Samstagsausgang ausfallen. Ich kümmerte
mich um den Haushalt, die Kinder sorgte mich um Marlis und
machte zum ersten Mal mit Mimi, der sehr klugen und aufmerksamen
Tochter von Marlis, einen Spaziergang im Dorf. ( Mimi ist
Authistin und versetzt mich immer wieder ins Staunen über
ihre hohe Auffassungsgabe.) Diese Woche verging mit Höhen
und Tiefen sehr schnell. Pünktlich für den Transport
aus Deutschland. war Marlis wieder fit und die Kinder hatten
wieder Schule. An nur einem Tag räumten wir mit vielen
Rumänen aus Sincrai und einigen Deutschen zwei volle
LKW´s aus. ( Vieles von dieser Spende kommt zum Verkauf
ins Magazien. Einiges ist für das Krankenhaus und die
Schule in Aiud.) Bis zum späten Abend schleppten wir
Kartons und Säcke hin & her und am Ende saßen
wir erschöpft in der Küche und ließen uns
von Tensi mit Mama Lolles gemachtem Tocaniza de pui ( Hühnchengulasch
) bedienen. Der Transport bedeutete intensive Arbeit, aber
ich hatte viel Spaß dabei. Mittlerweile sind schon ca.
zweihundert Fahrräder verkauft worden und ein angenehmer
Alltag im Magazien mit Adela hat sich eingependelt. Am Abend
falle ich meistens todmüde ins Bett und bin froh für
mich zu sein.
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Oktober 2007
Mein erster Oktober in Rumänien im kleinen
Dorf Sincrai...
Den ganzen September über war es tagsüber immer
angenehm warm, manchmal sogar so heiß, dass ich Pullover
und Strumpfhose ausziehen musste. Nun ist es mitte Oktober
und der Wind weht eisig in mein Gesicht. Morgens sind die
verschiedenen Farben der Felder vom funkelnden Oktobereis
umhüllt, bis die Sonne sie wieder sichtbar macht und
die Kinder der Villa in der Schule sind. Die letzten Wochen
sind wie im Fluge vergangen. Es gab immer viel zu tun. Der
große Termin für den Transport aus Deutschland
rückt immer näher. In nur noch drei Wochen wird
die neue Ware für den kleinen Second-Hand-Shop ( das
Magazien ) der Villa geliefert werden. Wir werden Fahrräder,
Haushaltsgeräte, Sachen zum Anziehen und vieles mehr
bekommen. Marlis sagt, dies sei immer die stressigste und
chaotischste Zeit im Jahr. Soweit es ging haben wir das Magazien
für den großen Transport vorbereitet: Sommersachen
weggepackt, Wintersachen ausgeräumt, Kartons gefüllt,
geleert und von Sincrai nach Aiud und wieder zurück gebracht.
Wir haben Platz geschafft, Ordnung gemacht und mittendrin
noch die Hausarbeiten der Villa erledigt. Mittlerweile geht
es nur noch darum die Ordnung zu halten und Wintersachen einzusortieren.
Von mitte September bis jetzt war Erntezeit. Oft bin ich nach
der Arbeit in der Villa oder im Magazien noch zur Weinernte
gegangen oder habe auf dem Hof von Adela Maiskolben für
die Schweine sortiert. Manchmal waren Samstags auch Großeinsätze
angesagt, sodass ich oft auf dem Acker bis zu sechs Stunden
Kartoffeln geerntet habe. Diese Arbeit ging sehr auf den Rücken,
aber es hat unglaublich viel Spass gemacht den Familien beim
Dorfklatsch zuzuhören, auch wenn ich nicht viel verstanden
habe. Das gemeinsame Arbeiten an der frischen Luft mitten
in den Bergen zwischen so lieben und fleißigen Menschen
gab mir ein richtig geborgenes Gefühl. Zwischendurch
gab es immer ein leckeres Picknik mit Brot, Speck, Tomaten
und Kaffe. Danach ging es gestärkt weiter. Noch immer
bewundere ich besonders die älteren Menschen um ihren
Fleiß und ihre körperliche Kraft. An einem Sonntag
in Sincrai sind vor jedem Tore gemütliche sitzende Familien
zu sehen. Sie unterhalten sich, spielen Schach oder genießen
ruhig den Sinn eines Sonntages. So sind die Menschen Sincrais,
fleißig und gemütlich zugleich. Es macht Spass,
das Leben in Rumänien...
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September 2007
Nun bin ich, Elisabeth Möwitz aus Leuthen
( ein schönes, kleines Dörfchen in der Nähe
von Cottbus), gerade mal drei Wochen in Rumänien für
ein freiwilliges soziales Jahr und habe so viel erlebt, dass
es mir so vorkommt als sei ich schon drei Monate hier. Ich
liebe das Leben, Erfahrungen in anderen Ländern zu machen
und Menschen kennen zu lernen. Nach dreizehn Jahren Schule
hatte ich mir bewusst ein Jahr frei genommen. In dieser Zeit
reiste ich für einige Monate nach Nepal, um auch dort
freiwillig zu arbeiten, andere Sitten und Kulturen kennen
zu lernen. Das war eine gute Vorerfahrung für die Arbeit
in Rumänien. Es ist sehr interessant Europa von einer
anderen Seite zu betrachten. Nicht nur von der westlichen
Seite Europas zu wissen.
Villa Kunterbunt... Diese prächtige,
noch nicht ganz fertiggebaute Pipivilla steht am Rande eines
600-Mann-Dorfes in der Nähe von Alba Julia. Wohin ich
von den Balkons& Terassen der Villa auch blicke, überall
sind die schönen Gewänder der Karpaten zu sehen.
Es ist September, das Wetter wechselreich. Immer wieder sind
sie schön anzusehen, die unterschiedlichen Gesichter
der Karpaten. Nach einem 10-Minuten-Spaziergang ins Grüne,
fällt das wasserblaue Dach der Villa sofort ins Auge.
In dieser Villa Kunterbunt geht es heiß her. Hier werden
sechs geistig behinderte Kinder, unter welchen eines hyperaktiv
ist, von einer deutschen Mama versorgt und gepflegt. Im oberen
Stockwerk gibt es eine Schule. Hier haben die Kinder der Villa
das Glück in ihren potenziellen Fähigkeiten ausgebildet
zu werden. Bis jetzt habe ich solch einen Schulalltag noch
nicht erlebt. Noch sind Ferien...
Ein Tag in den Ferien ist vollgefüllt mit verschiedensten
Aufgaben. Die ersten Tage gab es weniger zu tun, weil ich
erstmal Zeit bekam mich einzuleben um mich einigermaßen
an alles zu gewöhnen. Nach diesen Tagen half ich bei
der Zubereitung der köstlichen Deutsch-Rumänischen
Küche, schnippelte Tomaten, Möhren und all die anderen
Gemüsesorten aus dem Garten der Villa, und arbeitete
ab& an in dem kleinen Second-Hand-Shop, welcher in einem
kleinen Schuppen nebenan eingerichtet wurde. Mittlerweile
teilen Lisa (eine zweite Freiwillige dieser Villa) und ich
uns die Arbeit im Tageswechsel. Am Wochenende haben wir weniger
zu tun. Oft gehen wir am Samstagabend in die kleine Disko
des Dorfes. Die Menschen hier sind sehr freundlich und offen,
somit haben wir schon guten Anschluss gefunden und werden
oft ala Frenchkiss begrüßt...
Ein Anfang in einem anderen Land ist immer schwierig, aber
mittlerweile kann ich immer wieder sagen: Das Leben ist schön.
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