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...geprägt von vielen netten Leuten und neuen Erfahrungen
Ein aktueller Bericht von Nina Stürzenhofecker / November 2006

Hallo, mein Name ist Nina und ich bin nun schon seit fast zwei Wochen in Rumänien. Am 30.Oktober ging es mit dem Bus los nach Rumänien. Die 24stündige Busfahrt hat mir Land und Leute schon sehr viel näher gebracht,da fast alle nur rumänisch gesprochen haben und ich natürlich nur ein paar Brocken verstanden habe. Als einzige Deutsche und mit meinen 19 Jahren die jüngste im Bus war ich natürlich auch die Hauptattraktion. Trotzdem waren alle sehr nett
und haben ihr Bestes gegeben sich mit mir zu verständigen. Sofort konnte ich die Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit der Rumänen am eigenen Leibe erfahren. Nachdem ich dann mit 3 Stunden Verspätung doch endlich an meinem Ziel angekommen bin wurde ich auch schon freudig erwartet. Ich arbeite hier in Sincrai, das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Aiud und Alba Julia, in einer Art Kinderheim. Es ist kein wirkliches Heim, da alles viel mehr wie ein Familienbetrieb geführt wird. Hier im Haus, der Villa Kunterbunt, lebe ich mit der Leiterin und sechs Kindern. Die Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahren alt und in verschiedenster Weise behindert. So sind zwei z.B. Autisten, einer ist hyperaktiv und andere sind geistig etwas zurückgeblieben. Meine Aufgaben hier sind sehr abwechslungsreich. Während die Kinder von 8-12 Uhr und von 1-4 Uhr in der hausinternen Schule sind, helfe ich beim putzen, Essen machen, oder anderen Dingen, die gerade anfallen. Danach bin ich hauptsächlich mit den Kindern beschäftigt. Zu diesem Haus gehört noch ein Laden, in dem Hilfsgüter aus Deutschland verkauft werden. Auch dort helfe ich manchmal mit, Klamotten zu ordnen oder neue Kisten auszupacken und zu sortieren.

Meine erste Woche hier war sehr schwer, da erst kurz vorher der Transport aus Deutschland kam und deshalb alles sehr streßig war. Ich hatte also kaum Zeit mich richtig einzuleben, sondern musste gleich voll mit anpacken, was mir aber sicherlich nicht geschadet hat. Die zweite Woche ist nun schon etwa ruhiger und ich bekomme langsam den normalen Tagesablauf mit.
Durch die Leiterin konnte ich schon viele Leute aus dem Dorf kennenlernen und erste Kontakte knüpfen. Die Leute hier sind alle wahnsinnig nett zu mir, so wurde ich z.B. von einem Mädchen (15 Jahre)zu ihrer Geburtstagsfeier in eine Pizzeria eingeladen. Dies war ein sehr netter Abend, auch wenn die Verständigung meist sehr schwierig war. Auch war ich schon zweimal in der Jugendstunde der evangelischen Kirchengemeinde im Ort, wo alle sehr nett zu mir waren und mich liebenswürdig in ihrem Kreis aufgenommen haben. In dieser Gemeinde war ich auch schon im Gottesdienst, wo ich aber leider gar nichts verstanden habe. Gestern haben mich einige Jugendliche mit in die Dorfdisco genommen, was ein sehr nettes Erlebnis war. Zuerst waren wir in einer Bar, in der ich noch weitere Jugendliche kennenlernen konnte. Zwar meinten zuerst alle sie können kein Englisch oder Deutsch, doch mit der Zeit konnten viele dann doch Englisch
und haben sich sehr nett mit mir unterhalten. Danach ging es in die Disco, die man aber keineswegs mit einer Deutschen Disco vergleichen kann. Eigentlich war es nur ein Raum, unfähr so groß wie ein Wohnzimmer, in dem rumänische Musik aufgelegt wurde und die Leute getanzt haben. Das nennt man hier Disco. Was ich wirklich gut fand war, dass mich die Jugendlichen dort alle ganz selbstverständlich in ihrer Clique mit aufgenommen haben und mich in das rumänische Nachtleben einführten. Im Großen und Ganzen waren die zwei Wochen hier schon sehr lehrreich, geprägt von vielen netten Leuten und neuen Erfahrungen und ich bin schon gespannt, wie
meine nächsten Monate hier werden.

 
 
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