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Es hat mich wirklich sehr erstaunt, dass vor allem so viele junge Leute hier wahnsinnigen Nationalstolz zeigten.
Ein aktueller Bericht von Nina Stürzenhofecker / Dezember 2006

Nun bin ich schon seit ungefähr 6 Wochen in Rumänien und habe mich schon recht gut eingelebt. Zwar ist es mit der Verständigung meist noch sehr schwierig, aber immerhin muss ich nicht mehr bei jeder Kleinigkeit nachfragen und lerne jeden Tag dazu. Meine Tage hier waren bisher schon so ereignisreich, dass ich gar nicht glauben kann, dass ich vor 2 Monaten noch in Deutschland war. Es ist zwar vieles anders als in Deutschland, aber im Grunde lebt es sich hier genauso gut, wenn auch im einfacheren Stil. Im Moment lässt einen das Wetter zwar fast verzweifeln, aber trotzdem ist es wunderschön abends durch die Straßen zu fahren und den leuchtenden Weihnachtsschmuck, mit beigeisterten Rufen der Kinder, zu betrachten.
In den Genuss einer rumänischen Geburtstagsfeier durfte ich auch schon kommen, mit landestypischem Essen und vor allem einer beeindruckenden Torte. Es ist wirklich bemerkenswert, wie viele Leute man in diese relativ kleinen rumänischen Häuser unterbringen kann. Auch ist mir schon aufgefallen, dass die Familie hier viel mehr zählt, als in Deutschland. So wohnen fast alle Verwandten in naher Umgebung und jeder hilft jedem, wenn z.B. geschlachtet wird, oder sonstiges.
Neulich habe ich den s.g. Tirk (Viehmarkt) besucht und war erstaunt, wie locker die Menschen dort miteinander umgehen und alles noch ganz anders abläuft, als in Deutschland. Da hier im Moment große Schlachtzeit ist, durfte ich gestern gleich einmal mithelfen. Zum Glück habe ich das Schwein aber nur lebend und dann tot gesehen und den Prozess nicht direkt miterlebt. Aber es war schon sehr interessant zuzusehen, wie sie hier die Wurst und das Fleisch usw. machen, nur möchte ich gar nicht so genau wissen, was ich gestern dort alles gegessen habe.
Der 1. Dezember ist in Rumänien Nationalfeiertag und wird hier riesig gefeiert. Zum Glück haben mich einige Jugendliche mitgenommen, nach Alba Julia. Dort waren wahnsinnig viele Leute, die dort gemeinsam diesen Tag gefeiert haben. Es gab viele Marktstände, eine große Bühne mit Livemusik und als Höhepunkt ein großes Feuerwerk, was für Rumänien eigentlich sehr außergewöhnlich ist. Es hat mich wirklich sehr erstaunt, dass vor allem so viele junge Leute hier wahnsinnigen Nationalstolz zeigten.
Auch in die hausinterne Schule, in der die Kinder der Villa Kunterbunt, sowie ein Internatskind und ein Externer, in Mathematik, Logopädie, Malen und anderen Dingen unterrichtet werden, durfte ich mittlerweile schon eine Woche lang hineinschnuppern. Es war interessant zu sehen, wie behinderte Kinder unterrichtet werden und man sehen kann, dass diese Kinder keineswegs dumm sind, wie viele vielleicht meinen würden.
Allgemein komme ich mit den Kindern hier immer besser zurecht und habe sie mittlerweile schon richtig in mein Herz geschlossen. Sie können einem zwar ziemlich viel Streß bereiten, aber andererseits tut es einfach gut, wenn man eine liebe Umarmung oder ein Küsschen von ihnen bekommt, oder sie am Morgen zu mir ins Bett gekrochen kommen.
Also im Großen und Ganzen fühle ich mich hier schon richtig wohl und hoffe weiterhin jeden Tag noch vieles Neues lernen zu können.

 
 
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