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...wobei
ich sogar schon meinen ersten Heiratsantrag’ erhalten
habe.
Ein
aktueller Bericht von Nina Stürzenhofecker
/ Januar 2007
Nun bin ich, Nina, schon seit fast drei Monaten
hier in Rumänien und ich kann es kaum glauben, dass die
Zeit so schnell verging. Mittlerweile habe ich mich schon sehr
gut eingelebt und hier meine ‚neue 2te Familie‘
gefunden. Ich werde hier wirklich so aufgenommen, als ob ich
schon ewig hier leben würde und ganz selbstverständlich
dazugehöre, aber auch ich liebe die Kinder und die Leute
hier jetzt schon über alles. Es freut mich auch besonders,
dass ich jetzt schon durchs Dorf fahren kann, und viele Leute
mit Namen grüßen, oder einen kleinen Plausch mit
ihnen halten kann.
Vor knapp einer Woche habe ich zusätzlich noch Unterstützung
von Kirsten aus Deutschland bekommen, die bis Ende März
hier bleibt, so dass ich meine zukünftigen Berichte nicht
mehr alleine schreiben muss, aber sie wird sich, später
selbst noch zu Wort melden, nachdem ich von meinen Weihnachtseindrücken
hier und dem Jahreswechsel berichtet habe.
Gerade zu Weihnachten ist es natürlich sehr schwierig
alleine in einem fremden Land, die Familie und Freunde weit
entfernt, doch andererseits kann man natürlich gerade in
dieser Zeit die meisten Eindrücke des fremden Landes und
der anderen Kultur mitbekommen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Schon die Vorweihnachtszeit war sehr herrlich. Gemeinsames Plätzchen
backen, was für die behinderten Kinder besonders gut war,
da man dadurch auch bei den autistischen Kindern Begeisterung
wecken konnte und für die anderen das Rollen des Teiges
und das Ausstechen der Formen sehr gut für die Motorik
war und allen sehr viel Spaß gemacht hat.
Aber auch bei der Weihnachtsfeier in der Schule konnten die
Kinder zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Wochenlang haben
sie für diesen Tag Lieder geprobt und Sprüche geübt
und uns dann in gemütlicher Runde bei der Weihnachtsfeier
auch sehr schön vorgetragen.
Der heilige Abend war dann natürlich der Höhepunkt
für die Kinder, auch wenn dieser Tag in Rumänien gar
nicht gefeiert wird. Aber da wir ja ein deutscher Haushalt sind
müssen natürlich ein paar deutsche Traditionen auch
dabei sein. Bei schönem gemütlichem Essen mit Freunden
konnten wir den selbst geschmückten Weihnachtsbaum betrachten
und uns auf die Bescherung freuen. Nach der Bescherung waren
die Kinder natürlich alle aus dem Häuschen und man
wünscht sich fast selbst noch einmal Kind zu sein.
Der erste Weihnachtsfeiertag ging dann genauso schön weiter.
Nach dem Mittagessen zogen wir, wie es hier in Rumänien
Tradition ist, los und sangen bei Freunden und Bekannten aus
dem Dorf jeweils ein deutsches und ein rumänisches Weihnachtslied,
wobei ich die Kinder auf Trompete begleiten durfte. Am Abend
waren alle nur noch sehr müde und satt, da man in jedem
Haus eingeladen wird, Kuchen zu essen und etwas zu trinken.
Aber im Großen und Ganzen habe ich hier sehr schöne
Weihnachtsfeiertage erlebt, gemütlich, harmonisch und mit
vielen netten Leuten, wobei ich sogar schon meinen ersten Heiratsantrag’
erhalten habe.
Silvester unterscheidet sich hier natürlich nicht sonderlich
von Deutschland, auch wenn es hier Revelion genannt wird. Ich
habe diesen Tag mit Freunden verbracht, wobei ich es besonders
interessant fand, dass man hier um Mitternacht von Haus zu Haus
zieht und den Leuten ‚La multi ani‘ ( ein Gutes
neue Jahr) wünscht, aber es hat mir sehr viel Spaß
gemacht.
Mit der rumänischen Sprache komme ich langsam immer besser
zurecht, so dass es mir auch wesentlich leichter fällt
mit den Kindern zu arbeiten. Zu meinem Hauptprogramm gehören
hier mittlerweile meine Spaziergänge mit den Kindern. Dies
tut den Kindern besonders gut, da sie sich dort einmal richtig
austoben können und sich an der frischen Luft bewegen.
Gerade für Ciprian (10 j.) z.B. der erst mit 4 Jahren das
Laufen gelernt hat, oder Catalin, der mit seinen 7 Jahren immer
noch Schwierigkeiten beim Laufen hat, oder Bogdan, der einen
unstillbaren Bewegungsdrang hat, ist die Bewegung natürlich
besonders wichtig.
Auch Kirsten wird in ihrer ersten Woche sicherlich schon einige
Eindrücke gesammelt haben, also will ich sie auch einmal
zu Wort kommen lassen. Bis zu meinem nächsten Bericht in
einem Monat, bin ich auf jeden Fall schon sehr gespannt, was
ich alles erleben werde.
La revedere Nina.
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