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Wie
schnell die Zeit doch vergeht...
Ein
aktueller Bericht von Julia Wißmüller / Juli 2007
Die letzten Wochen sind wie um Flug vergangen
und es hat sich vieles ereignet. Zunächst fuhr ich Mitte
Juni zum Praktikantenwochenende in Dacia zu Frank Roth. Darüber
alleine könnte ich schon seitenweise schreiben. Denn nach
einer zehnstündigen Zugfahrt in Rumänien erlebt man
schon einiges. Erstmal mit dem Maxi-Taxi nach Petrosani und
dort die Fahrkarten kaufen. Dort erkundigte ich mich noch eben
an der Information wegen der Rückfahrt. Die Frau wirkte
etwas genert, aber sie erbarmte sich doch und legte ihre Zeitschrift
weg in der sie gerade las.
Netterweise öffnete sich auch noch das Fenster, wo man
durchsprechen muss, nachdem sie merkte, dass es etwas länger
dauerte. Und schon ging die Fahrt los. Das war sehr interessant.
Zunächst bin ich mit dem Personalzug gefahren. Einem Zug
der bei jeder Haltestelle anhält - auch wenns nicht grad
danach aussieht. Mir gegenüber saß eine Frau die
in der
Zeitung las. Doch als wir durch ein Tunnel fuhren, war es im
Zug stockdunkel, denn die haben einfach kein Licht angemacht.
So wurde die Frau beim Lesen unterbrochen. So ging es einige
Male und ich musste einfach nur grinsen, denn wann gibt es sowas
in Deutschland? Nun gut. Irgendwann war ich etwas aufgeregt,
denn ich wusste nur wann ich in Simeria bin. In Simeria musste
ich aussteigen. Doch ich hatte ein bißchen Angst, dass
ich das Schild nicht finde bzw. dass da gar kein Ortschild dran
ist (wie bei manch anderer Haltestelle). Glücklicherweise
stand es gut lesbar dort und wir kamen ungefähr zur angegebenen
Uhrzeit an. Der nächste Zug war dann ein hochmoderner IC.
Voll der Luxus! Kleine Abteile mit Tisch und Mülleimer.
Aber komischerweise, war das der einzige Zug, wo ich wirklich
geschwitzt habe. In den anderen waren die Fenster geöffnet,
aber in dem war nur ein kleines bißchen Lüftung an
und die Fenster geschlossen. Aber solange fuhr ich ja nicht
mit dem, denn nach gut einer Stunde war ich in Blaj, wo ich
wieder eine Stunde auf meinen Anschlusszug warten durfte. Nun
gings mit dem Rapid weiter und nach weiteren drei Stunden war
ich dann kurz nach acht endlich in Rupea wo ich abgeholt wurde.
In Rumänien sind übrigens die Türen vom Zug manchmal
während der Fahrt offen. Wenn du die bei manchen Zügen
nicht schließt, dann bleiben sie offen. Da stellen sich
die Leute hin, denen es wirklich zu warm ist. In Dacia war ja
Praktikantentreffen. Wir waren
insgesamt fünf Praktikanten und tauschten uns über
die Arbeit und so aus. Das war sehr schön, interessant
und erholsam. Jedenfalls hab ich die Zeit dort sehr genossen.
Es war eine sehr einfach Zeit in einem siebenbürgischen
Dorf: ohne Wasserleitung im Haus - also Wasser aus dem Brunnen.
Mit anderen Praktikanten hab ich in der Cabana geschlafen (eine
Holzhütte), geduscht wurde im Garten mit einer Gartenschlauchdusche
und provisorischen Duschvorhang und den Therapieschafen, das
Klo war ein Klohäuschen im Garten, Wasser gabs an der Quelle,
und nachts hörst du die Straßenhunde bellen. Einfach
und wunderschön! Nach dem Austausch mit den Praktikanten
weiß ich, dass ich am richtigen Platz bin. Gott weiß
einfach was jeder braucht und ER hat mich hierhin geführt.
Halleluja! Die anderen Stellen sind zwar auch gut, doch für
mich ist diese hier am besten! Am Montag gings nun wieder mit
dem Zug zurück. Diesmal war ich nach nur neun Stunden Fahrt
wieder hier Petrila. Die Fahrt war genauso aufregend wie die
erste. Ich musste zwar nur einmal umsteigen, doch wir hatten
Verspätung und ständig musste ich rausschauen und
versuchen irgendein Halteschild zu finden, wo Teius draufstand.
Das mit den Haltestellenschildern ist wirklich so eine Sache.
Irgendwann kam es dann (glücklicherweise musste da auch
die ältere Dame hin, die mir gegenüber saß,
sodass wir zu zweit Ausschau hielten). In Teius war noch eine
Sache spannend. Ich musste zwar nur noch eine halbe Stunde auf
den Anschlusszug warten, da wir ja eine halbe Stunde Verspätung
hatten. Aber was macht man da? Genau, man mal die Toilette auf.
Und als ich da reinging, hörte ich schon am Gang Schreie.
Was dort geschah? Im Klo war eine Zigeunerfrau die eins ihrer
Kinder im Waschbecken badete. Das gefiel dem Kind eben nicht,
sodass es schrie. Interessant - am Bahnhofsklo werden Kinder
im Waschbecken gebadet. Naja, man erlebt hier eben doch einiges.
Die Woche darauf war ich schon wieder in Dacia, weil der Verein
Copiii-Europei in die Nagelkreuzgemeinschaft aufgenommen wurde.
Es waren viele Projektpartner anwesend. Der Austausch mit ihnen
war sehr interessant. Die folgenden Wochen war ich einige Zeit
mit ein paar Kindern alleine, denn Wolfgang und Dorina waren
fort. Der Ausdruck "alleine" stimmt nicht ganz, denn
es waren noch ein paar Kinder da, 10 Hasen und 15 Hühner....Während
dieser Zeit hatten wir sehr schönes und heißes Wetter,
so dass wir oft zum Planschen in den Fluss gingen. Das war eine
gute Abkühlung für die Kinder. Die Kinder haben nun
ja drei Monate Sommerferien, das heißt, dass sowohl die
Schule als auch der Kindergarten geschlossen haben. Eben erst
(Mitte Juni) haben sie angefangen und nun ist schon wieder die
Hälfte vorbei. Wie schnell die Zeit doch vergeht.
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