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Mittendrin
hatten wir mal kurz Stormausfall, dann wars ganz dunkel. Mir
hats Spaß gemacht....
Ein
aktueller Bericht von Julia Wißmüller / August 2007
Das ist nun der vorletzte Monatsbericht den
ich schreiben werde. In einigen Wochen geht hier meine Zeit
zu Ende. Wenn ich daran denke, wird es mir schwer ums Herz.
Nun haben die Kinder "schon" die Hälfte der Ferien
vorbei. Damit sie in den drei Monaten Ferien nicht alles vergessen,
machen sie vormittags etwas für die Schule bzw. zur Schulvorbereitung.
Im Juli besuchte ich Michaela, eine andere Praktikantin, in
Bukarest. Dort machten wir die Stadt "unsicher". Wir
sahen uns das zweigrößte Gebäude der Welt an.
Es ist schon komisch, wenn dort beim Eintritt die Tasche und
man selber geröngt wird, und das in Rumänien. Das
Haus ist innen voller Prunk: riesige Teppiche, große Kristalllampen
(die Größte wiegt 5 Tonnen), Gold, Marmor.... Ceaucescu
hat diese Gebäude mit Geldern des Volkes bauen lassen.
Allerdings hätte das Volk nie die Möglichkeit gehabt
dort hereinzukommen. Es war für Regierungs- und
Kulturzwecke gedacht. Zur Zeit der Revolution war es zu 70 Prozent
fertig gebaut. Bis dahin arbeiteten die Leute 24 Stunden am
Tag an der Fertigstellung. Heute ist es zu 90 Prozent fertig.
Es ist schon ein Gegensatz: Dieses riesige und prunkvolle Gebäude
und daneben die alten Menschen an der Straßenecke die
um ein paar Bani betteln. Wir besuchten auch noch den Triumphbogen,
das Haus der Presse und einen Park. In Bukarest war es wirklich
sehr heiß. Ich bin froh, dass ich nun wieder in den Bergen
bin. Hier ist es kühler und es geht auch Wind. Außerdem
ist das Leben hier nicht ganz so kompliziert mit Metro, Bus
und Umsteigen und vielen Menschen. In Petrila ist das doch etwas
einfacher. Dennoch war es schön in Bukarest und der Besuch
hat sich gelohnt. Vor einigen Wochen schlachteten wir zwei Hühner.
Wolfgang fragte mich, ob ich dabei sein wollte und man kann
ja nie genug lernen, oder? So kamen also die zwei Hühner,
die wir vom Nachbarn bekamen unters Beil - das hab ich nicht
gemacht, das brachte ich dann doch nicht ganz übers Herz.
Aber das Rupfen und Ausnehmen ist echt eine interessante Sache.
Wobei mein Huhn ja nicht mal eine Galle hatte und die Leute
wollens mir nicht glauben. Aber selbst Wolfgang hat die Galle
nicht gefunden. Mein Huhn haben wir schon gegessen. So eine
richtig frische Hühnersuppe ist echt lecker. Und das andere
Huhn wartet noch im Gefrierschrank. Hühner sind echt faszinierend.
Ich find die einfach genial. Heute habe ich die Tiefen unseres
Kellers erkundet. Wo ich war? Ich war in unserem Brunnen. Ihr
müsst wissen, dass unser Wasser immer etwas bräunlich
war. In letzter Zeit wars wirklich schlimm, so wollte Wolfgang
den Filter wechseln. Das heißt: Brunnen auspumpen und
den Rest mit Eimer rausschöpfen, der an einem Seil angebunden
ist und nach oben gezogen wird. Ich wollte lieber runter in
den Brunnen. Da mir die Gummistiefel zu groß waren, gings
barfuss in Badeschlappen los. Als das Wasser ausgeschöpft
war, putzte ich noch mit einem Tapezierpinsel und sauberen Wasser
die Wände des Brunnens, denn diese waren auch bräunlich
und oben sogar schwarz. Und dann gings wieder runter, ausschöpfen.
Mittendrin hatten wir mal kurz Stormausfall, dann wars ganz
dunkel. Mir hats Spaß gemacht. Nach den letzten paar heißen
Wochen hat es nun bei uns wieder etwas abgekühlt und geregnet.
Das war auch sehr nötig, denn das Gras wurde schon braun
und unsere Quelle (wo wir unser Trinkwasser holen) hatte kein
Wasser mehr. Mittlerweile hat es wieder geregnet und die Erde
hat sich erholt.
Die nächsten Wochen werde ich wohl ganz besonders genießen,
da es bald zurück nach Deutschland geht.
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